{"id":1763,"date":"2021-06-06T14:16:33","date_gmt":"2021-06-06T12:16:33","guid":{"rendered":"http:\/\/tvgondelsheim.de\/web\/?p=1763"},"modified":"2021-06-06T14:17:07","modified_gmt":"2021-06-06T12:17:07","slug":"fortsetzung-artikelserie-tv-gondelsheim-die-geschichte-des-turnvereins","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tvgondelsheim.de\/web\/2021\/06\/06\/fortsetzung-artikelserie-tv-gondelsheim-die-geschichte-des-turnvereins\/","title":{"rendered":"Fortsetzung Artikelserie TV Gondelsheim &#8211; die Geschichte des Turnvereins"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"1763\" class=\"elementor elementor-1763\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-section-wrap\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-774d525 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"774d525\" data-element_type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-row\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-3ed14ab\" data-id=\"3ed14ab\" data-element_type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-column-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-0785089 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"0785089\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-text-editor elementor-clearfix\">\n\t\t\t\t<p><strong>Fortsetzung Artikelserie TV\u00a0Gondelsheim<\/strong><\/p><p>In unserer Artikelserie folgt heute der 2. Bericht von Hans Herrmann\u00a0zu der Geschichte des Turnvereins.<br \/>Herzlichen Dank f\u00fcr diesen Bericht.<\/p><p><strong>120 Jahre Turnverein Gondelsheim<\/strong>\u00a0<em>(Fortsetzung)<\/em><\/p><p><strong>Vom Neubeginn 1919 nach dem Ersten Weltkrieg bis zum Stillstand vor dem Zweiten Weltkrieg 1939<\/strong><\/p><p>Der letzte Bericht endete mit dem Absatz: \u201e1919 gibt es wieder Hoffnung und allgemein bessere Zeiten.\u201c \u201eDer Turnverein er\u00f6ffnet am 22. Januar mit einer Turnratssitzung das neue Vereinsleben.\u201c \u201e84 Mitglieder sind jetzt eingetragen.\u201c \u201eEs kann losgehen!\u201c<\/p><p>In Folge setzte f\u00fcr den Verein eine ungeahnte Entwicklung ein. Die Mitgliederzahl steigt fast sprunghaft von 84 \u00fcber 127, 165, 188 auf 200 in den Folgejahren, bis die Weltwirtschaftskrise um das1930er Jahr vor\u00fcbergehend zur Stagnation f\u00fchrt.<\/p><p>Der wiederaufgenommene Wettkampfbetrieb bringt auch die turnerischen Aktivit\u00e4ten, Leistungen und Erfolge zu neuer Bl\u00fcte. Selbst die begehrte Qualifikation zur DTM (Deutsche Turnvereinsmeisterschaft) wird erk\u00e4mpft.<\/p><p>Auch die Jugendarbeit wird intensiviert. 1922 wird die erste Jugendabteilung gegr\u00fcndet; mit eigener Satzung und f\u00fcr Turner bis 16 Jahren. Danach erfolgt automatisch die Aufnahme in die Turnabteilung.<\/p><p>Neue Sportarten werden nach Kriegsende aufgenommen. 1919 im September kommt Fu\u00dfball als neues \u201cNeumodisches Zeug\u201c dazu. Ein Spielball wird beschafft. Kluge Vereinsf\u00fchrung verhindert die sonst \u00fcbliche Spaltung in Turner und Fu\u00dfballer, bis hin zur vereinsm\u00e4\u00dfigen Trennung.<\/p><p>Jetzt fehlt es dem Verein aber mehr als bisher an ausreichendem \u00dcbungsgel\u00e4nde, sodass wieder einmal die Gro\u00dfz\u00fcgigkeit von Gr\u00e4fin Douglas in Anspruch genommen wird, die 40 ar Ackerland \u00fcber der Obergrombacher Stra\u00dfe zur Verf\u00fcgung stellt. Dieser Platz ist zumindest in Teilen bis heute Heimat des Turnvereins und ein Garant f\u00fcr seine positive Entwicklung.<\/p><p>1920 erfolgt der Umzug von der Leimengrube unter Mitnahme der Turnh\u00fctte. Der Winterturnbetriebfindet im Wirtshaussaal der \u201cKrone\u201c statt, den die Gemeinde gegen Verg\u00fctung zur Verf\u00fcgung stellt.Im Juli 1921 kommt es zur Platzeinweihung, in Verbindung mit dem 20j\u00e4hrigen Vereinsjubil\u00e4um, vereinsoffenen Wettk\u00e4mpfen aller Klassen, Schauturnen und gro\u00dfem Festumzug zum neuen Platz, unter Teilnahme aller anderen Ortsvereine. Unter den vereinsoffenen Wettk\u00e4mpfen wird ein \u201cVolkst\u00fcmlicher Sechskampf\u201c ausgetragen; auch die Leichtathletik hat im Turnverein jetzt ihren Platz gefunden.<\/p><p>1923 behindert die Inflation das Vereinsleben mit seiner rasenden Geldentwertung. Die Mitgliedsbeitr\u00e4ge z.B. m\u00fcssen st\u00e4ndig neu festgelegt werden und klettern \u00fcber 3.000 Mark im Juni auf 2 Millionen im September auf 50 Milliarden im Oktober, bis im November der Turnrat eine Bezugsgr\u00f6\u00dfe von 20 Goldpfennig oder entsprechend viel Getreide festlegt und kurz darauf die Rentenmark als neue W\u00e4hrung eingef\u00fchrt wird.<\/p><p>Trotz aller Schwierigkeiten beschert der Verein seine Mitglieder mit der schon traditionellen Weihnachtsfeier, die der Vorstand mit den Worten er\u00f6ffnet: \u201eTrotzdem die Zeit nicht dazu angetan, um gro\u00dfe Feste zu feiern, haben wir\u2019s uns nicht nehmen lassen, unsere Mitglieder durch einige genussreiche Stunden der Alltagssorgen zu entheben.\u201c<\/p><p>1924 stiftet Gr\u00e4fin Douglas eine bronzene L\u00e4uferskulptur als st\u00e4ndigen Wanderpreis f\u00fcr vereinsinterne Wettk\u00e4mpfe, noch heute hart umk\u00e4mpfte Troph\u00e4e der j\u00e4hrlichen Vereinsmeisterschaften im Bereich \u201cTurnen m\u00e4nnlich\u201c.<\/p><p>1926 wird das 25j\u00e4hrige Stiftungsfest veranstaltet. Ist das Programm auch \u00e4hnlich den fr\u00fcheren Jubil\u00e4en, kommt es erstmals zur Ernennung von Ehrenmitgliedern und Ehrungen von Gr\u00fcndungsmitgliedern. Auch wird f\u00fcr die Gefallenen des Weltkrieges ein Gedenkstein eingeweiht, der die 1919 erstellte und 1921 eingeweihte Gedenktafel tr\u00e4gt.<\/p><p>1926-1928 verursacht die Weltwirtschaftskrise eine notgeborene Auswanderungswelle, durch die derVerein auch 4 seiner besten Turner nach Amerika verliert. Trotzdem kann beim 15. Landesturnfest inMannheim unter 1.000 Teilnehmern und unter den Augen von 22.000 Besuchern ein auch in der lokalen Presse vielbeachteter Mannschaftssieg erturnt werden.<\/p><p>1927 kommt es zur Gr\u00fcndung der ersten Turnerinnen-Riege, die 1933 durch Bildung der Sch\u00fclerinnenabteilung einen soliden Unterbau bekommt. Trotz aller wirtschaftlichen Schwierigkeitendieser Zeit z\u00e4hlt der Deutsche Turnverband jetzt \u00fcber 100.000 Mitglieder.<\/p><p>1932 werden die Pl\u00e4ne zu Schaffung einer eigenen Turnhalle auf der Grundfl\u00e4che von 12 x 22 m der Generalversammlung vorgestellt, intensiv diskutiert und letztendlich einstimmig angenommen. Beachtlich, sind sich die Mitglieder doch bewusst, dass dies nur in 100%tiger Eigenleistung gestemmt werden kann. So kommt es dann, dass Tag f\u00fcr Tag die Turner nach Feierabend, mit eigenem Werkzeug bewaffnet, zum Turnplatz ziehen und oft bis Mitternacht am Bau werkeln und den Basisbau der heutigen Halle erstellen. Schon am 17. Juli erfolgt das Richtfest, verbunden mit Vereinsmeisterschaften und Schauturnen.<\/p><p>1933, vom 24. &#8211; 26. Juni, findet die Einweihung der Halle statt, verbunden mit dem Gauturnfest. Ca. 300 Wettk\u00e4mpfer aus vielen Vereinen sind gekommen. Das Festprogramm ist \u00e4hnlich dem der vorhergegangenen Feste, jedoch sind die Auswirkungen der Nationalsozialistischen Machtergreifung vom 30. Januar 1933 sichtbar. Der \u201cNeue Geist\u201c des NS-Regimes hat auch die Turnerschaft erreicht. Beim Festumzug marschiert die SA in Uniform an der Spitze, der \u201cStahlhelm\u201c, eine NS-nahe Vereinigung, \u00fcbernimmt den Ordnungsdienst, Deutschlandlied und Horst-Wessel-Lied werden gesungen und zum Abschluss gibt es eine Sonnwendfeier (auch ein NS-Ritual). Vom Festredner sind folgende S\u00e4tze zu h\u00f6ren: \u201eDass Jahn\u2018sches Turnertum und Nationalsozialismus in Ursprung und Streben eins sind und die turnerische Erziehung stets national war.\u201c \u201eDas Ziel ist, eine einige, geschlossene Volksgemeinschafts zu bilden.\u201c<\/p><p>14 Jahre zuvor hat sich der Turnverein seine politische Neutralit\u00e4t noch bewahren k\u00f6nnen, als er den Beitritt zum linken \u201cArbeiter-Turner und -Sportbund\u201c ablehnte. Jetzt kann er sich der Politisierung nicht mehr verweigern. Die deutschen Vereine werden quasi zwangsweise \u201cgleichgeschaltet\u201c. Alles muss sich der Ideologie und den Zielen der Nationalsozialisten beugen und verf\u00fcgbar machen. Die an Disziplin, Drill und k\u00f6rperliche Leistung gewohnten Turner kommen da als \u201cUnterst\u00fctzer\u201c sehr gelegen.<\/p><p>Die Vereinsleitung muss nach dem \u201cF\u00fchrerprinzip\u201c neu bestimmt werden, mit alleiniger Entscheidungsgewalt beim \u201cVereinsf\u00fchrer\u201c. Durch geschicktes Taktieren gelingt es dem Turnverein, personell keine Um- oder Neubesetzungen vornehmen zu m\u00fcssen, so dass der Verein in relativ ruhigem Gew\u00e4sser seine Aktivit\u00e4ten fortf\u00fchren kann, obschon die Nazi Doktrin in allen Bereichen zunehmend Einfluss nimmt, bis hin zu Rassenfrage, Bek\u00e4mpfung des Judentums und Unterstellung aller sportlichen Bet\u00e4tigungen unter den \u201cReichsbund f\u00fcr Leibes\u00fcbung\u201c.<\/p><p>Immer mehr und gezielt wird die Jugend durch Einbindung in NS-Organisationen den Vereinen entzogen, sodass es schwierig wird, gute Nachwuchsarbeit zu leisten und die Zahl der aktiven Vereinsmitglieder zu halten oder gar zu erh\u00f6hen.<\/p><p>Mit diesem Problem k\u00e4mpfen alle Vereine. Waren es beim 15. Deutschen Turnfest 1933 in Stuttgart noch 90.000 Turnerinnen und Turner, die unter 4.000 Vereinsfahnen zu den Wettk\u00e4mpfen antraten \u2013unter ihnen auch die Gondelsheimer \u2013 so sind die Aktivenzahlen im Juni 1939 beim 2. Gaufest des Reichsbundes in Mannheim vergleichsweise niedrig und besorgniserregend.<\/p><p>Sein letztes gro\u00dfes Turnfest vor dem 2. Weltkrieg veranstaltet der Verein im August 1936, schon unter diesen Aspekten als Schau- und Werbeturnen. W\u00e4hrend in Berlin gleichzeitig die Olympischen Spiele laufen, verweist der \u201cVereinsf\u00fchrer\u201c darauf, dass es zwar auf diese zu schauen gelte, dass aberauch \u201edie Kleinarbeit aller, auch der kleinsten Vereine\u201c zu w\u00fcrdigen sei. Als im September 1939 der unselige 2. Weltkrieg ausbricht, f\u00e4llt das in die Zeit, in der das Protokoll des Turnvereins sich kritisch mit dem Zustand des Vereins befasst und u.a. anmerkt \u201edass die Turnsache in letzter Zeit stark nachgelassen hat und, dass mit allen Kr\u00e4ften wieder an der Hebung desTurnbetriebes gearbeitet werden muss.\u201c Der Krieg stoppt jedoch alle derartigen Bem\u00fchungen. Ein Gro\u00dfteil der Aktiven und der Turnratsmitglieder sind zum Wehrdienst eingezogen. Den Zur\u00fcckgebliebenen bleiben gelegentliche Verwaltungsaufgaben und die Teilnahme an den Trauerfeiern f\u00fcr gefallene Vereinsmitglieder. Die Turnhalle dient zeitweise als Truppenunterkunft und Zwischenlager f\u00fcr Maschinen zerst\u00f6rter Unternehmen aus dem Umland. Dieser Zustand h\u00e4lt an bis zum Mai 1946. Der Verein betrauert 21 gefallene und 5 vermisste Mitglieder und bangt um viele, die in Gefangenschaft gerieten.<\/p><p>Ein kompletter Neuaufbau mit gerade mal noch 91 Mitgliedern muss geplant und bew\u00e4ltigt werden.<\/p><p>Anmerkung:<br \/>Bei dieser kurzen Zusammenfassung von 20 Jahren Vereinsgeschichte konnte ich mich weitgehend auf die sehr detaillierte Berichterstattung der beiden Historiker Markus Rupp und Thomas Adam im \u201c100 Jahre TV Gondelsheim\u201c-Buch st\u00fctzen. Ein Dankesch\u00f6n an die Beiden f\u00fcr Ihre zeitraubende Recherche und schriftstellerische Arbeit. So manches erfuhr ich im Laufe meiner langen Vereinszugeh\u00f6rigkeit auch von den \u201cAlten\u201c und meinem Onkel Heiner Heck, der das Vereinsleben in den \u201cwilden\u201c 20er und 30er Jahren ma\u00dfgeblich mitgestaltete.<\/p>\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fortsetzung Artikelserie TV\u00a0Gondelsheim In unserer Artikelserie folgt heute der 2. 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